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Bitcoin-Einstieg in Tranchen: Weniger Risiko – zu welchem Preis?

Verringert ein gestaffelter Bitcoin-Kauf über Wochen oder Monate das Risiko, und zu welchem Preis? Historischer Vergleich der Sofortanlage mit drei gestaffelten Kaufplänen.

#Investments

Nach der Entscheidung für eine Bitcoin-Quote bleibt die Frage der Umsetzung: sofort investieren oder die Käufe auf mehrere Termine verteilen? Ein gestaffelter Aufbau soll die Abhängigkeit von einem einzelnen Kaufzeitpunkt verringern. Steigen die Kurse währenddessen, bleibt jedoch ein Teil des vorgesehenen Kapitals zunächst uninvestiert und nimmt an den Kursgewinnen nicht teil. Die Untersuchung prüft anhand historischer Daten, wie sich beide Effekte auswirkten. Betrachtet wird das für Bitcoin vorgesehene Kapital einschließlich der noch nicht investierten Restliquidität, nicht das gesamte Mandatsportfolio.

Das Ergebnis: Staffelung veränderte die Einstiegsrisiken und das Endvermögen, bot aber keinen verlässlichen Renditevorteil. Der Endwert nach zwölf Monaten blieb im Median und noch deutlicher im Durchschnitt hinter der Sofortanlage zurück, die Unterschiede zwischen einzelnen Startterminen waren jedoch erheblich. Ein längerer Aufbau senkte den Median des Maximum Drawdowns.

Der Testaufbau

Alle Varianten starten mit demselben vollständig verfügbaren Kapital von 100.000 Euro. Während der Aufbauphase bleibt der noch nicht investierte Teil als unverzinste Euro-Liquidität (Cash) bestehen. Das ist eine bewusst einfache Annahme: Sie vermeidet die Festlegung auf einen Zinssatz, der sich über den Untersuchungszeitraum stark änderte. Verglichen werden vier Kaufpläne, die jeweils am Starttermin beginnen:

• Sofortanlage: der gesamte Betrag am Starttermin.

• Zehn wöchentliche Käufe: je 10 Prozent, der erste Kauf am Starttermin, der letzte nach 63 Tagen.

• Drei monatliche Käufe: je ein Drittel am Starttermin sowie nach einem und nach zwei Monaten.

• Sechs monatliche Käufe: je ein Sechstel am Starttermin sowie nach einem bis fünf Monaten.

Grundlage sind die täglichen Schlusskurse von Bitcoin in Euro. Der Starttermin ist der Tag des ersten Kaufs, die weiteren Käufe folgen im Rhythmus des jeweiligen Plans. Als Starttermine dienen alle Monatsenden von Mai 2017 bis September 2025 (101 Starts für die Zwölf-Monats-Betrachtung). Als Gegenprobe wurden Starts jeweils am 8. eines Monats und an jedem verfügbaren Kalendertag gerechnet (Zwölf-Monats-Betrachtung). Der Median des Rückstands gegenüber der Sofortanlage lag dabei zwischen 2.000 und 5.000 Euro und damit in derselben Größenordnung. Bewertet wird nach 12, 24 und 36 Monaten ab dem Starttermin. Gebühren und Steuern bleiben unberücksichtigt. Eine Verzinsung der Liquidität würde die gestaffelten Pläne leicht begünstigen. Bei einem illustrativen Zins von 2 Prozent pro Jahr wären es nach zwölf Monaten rund 200 Euro bei den kurzen Plänen und rund 400 Euro bei sechs monatlichen Käufen. Diese Größenordnung liegt deutlich unter den typischen Endwertunterschieden (Median) von 3.000 bis 5.000 Euro. Für jeden Starttermin wird der Maximum Drawdown berechnet, aus diesen Werten anschließend der Median gebildet.

Nach zwölf Monaten: im Median etwas weniger, mit großer Streuung

Nach zwölf Monaten lag der Endwert der gestaffelten Pläne im Median um 3.000 bis 5.000 Euro unter dem der Sofortanlage (bezogen auf 100.000 Euro Anfangskapital). Im Durchschnitt betrug der Rückstand 9.000 bis 21.000 Euro, weil einzelne Starts vor kräftigen Kursanstiegen sehr große Rückstände verursachten. Die Streuung war deutlich größer: Bei zehn wöchentlichen Käufen lag die Differenz in den mittleren 80 Prozent der Starts zwischen −49.000 und +20.000 Euro, bei sechs monatlichen Käufen zwischen −75.000 und +24.000 Euro. Entscheidend waren die Kurse an den späteren Kaufzeitpunkten: Niedrigere Kaufkurse ermöglichten den Erwerb von mehr Bitcoin, höhere Kaufkurse führten zu einem geringeren Bitcoin-Bestand als bei der Sofortanlage.

Rückblickend lag die Sofortanlage nach zwölf Monaten in 33 der 101 Starts im Minus. In diesen Fällen erzielten zehn wöchentliche Käufe in 58 Prozent, drei monatliche Käufe in 55 Prozent und sechs monatliche Käufe in 67 Prozent einen höheren Endwert. Diese Einteilung ist nachträglich, zum Starttermin war nicht bekannt, welche Starts Verlustfälle werden würden. Der niedrigste Endwert lag bei den gestaffelten Plänen mit 33.000 bis 41.000 Euro höher als bei der Sofortanlage (27.000 Euro). Er stammt aber aus unterschiedlichen Startmonaten und ist ein Einzelfall, kein verlässlicher Schutz.

Längere Beobachtung: Unterschiede im Maximum Drawdown

Nach vollständiger Investition reagieren alle Pläne prozentual gleich auf Bitcoin-Bewegungen. Der über das gesamte Fenster gemessene Maximum Drawdown bleibt trotzdem unterschiedlich, weil die Vermögenspfade und Höchststände davor verschieden waren. Bei kurzen Staffelungen (zehn wöchentliche und drei monatliche Käufe) war der Median des Maximum Drawdowns nur 0 bis 4 Prozentpunkte kleiner als bei der Sofortanlage. Bei sechs monatlichen Käufen betrug der Abstand nach 24 und 36 Monaten rund 7 bis 8 Prozentpunkte.

Auch über längere Zeiträume zeigte sich kein durchgängiger Endwertvorteil der Staffelung: Nach 24 Monaten lag der Median der Endwert-Differenz bei −5.000 bis −9.000 Euro bei 100.000 Euro Anfangskapital, nach 36 Monaten bei −8.000 bis +2.000 Euro. Die Spanne wuchs mit der Zeit stark (bei sechs monatlichen Käufen nach 36 Monaten im 10. bis 90. Perzentil von −135.000 bis +116.000 Euro). Nach 24 Monaten lag der niedrigste Endwert der sechs monatlichen Käufe (46.000 Euro) sogar unter dem der Sofortanlage (52.000 Euro). Eine negative Differenz bezeichnet den Rückstand gegenüber der Sofortanlage, keinen entsprechenden Verlust des Anfangskapitals.

Was das für die Portfolioentscheidung bedeutet

Staffelung legt fest, wie schnell die beschlossene Bitcoin-Position aufgebaut wird. In den untersuchten Zeiträumen verringerte ein längerer Aufbau den Median des Maximum Drawdowns, lieferte aber keinen durchgängigen Renditevorteil. Ob der verzögerte Einstieg Endvermögen kostete oder schützte, hing wesentlich vom Kursverlauf während der Kaufphase ab.

Für die Umsetzung folgt daraus: Aufbauplan, Umgang mit der vorübergehenden Liquidität und die Zuständigkeiten sollten vor dem ersten Kauf feststehen. Ein längerer Aufbau reduziert zunächst die Bitcoin-Exponierung. In der Untersuchung ging er mit einem geringeren Median des Maximum Drawdowns einher, garantierte aber weder eine Verlustbegrenzung noch einen höheren Endwert. Ob die Staffelung zur Risikotragfähigkeit und zur Kundenkommunikation passt, ist eine Frage des Mandats. Die Untersuchung misst das für Bitcoin vorgesehene Kapital einschließlich Restliquidität, nicht das gesamte Mandatsportfolio, und sagt nichts über die passende Höhe der Kryptoquote.


Datengrundlage und Grenzen: Tägliche Schlusskurse Coinbase BTC/EUR, 8. Mai 2017 bis 18. Oktober 2026 (Tagesgrenze 00:00 Uhr UTC). Starttermine sind Monatsenden, 101 / 89 / 77 Starts für 12 / 24 / 36 Monate. Die Beobachtungszeiträume überlappen stark und sind daher nicht unabhängig. Die ausgewiesenen Anteile und Perzentile beschreiben die historische Stichprobe, keine künftigen Erfolgswahrscheinlichkeiten. Die Euro-Liquidität ist unverzinst, Gebühren und Steuern sind nicht berücksichtigt (siehe Testaufbau zur Größenordnung der Zinswirkung). Der Untersuchungszeitraum enthält mehrere Marktphasen mit insgesamt starker Aufwärtsdrift von Bitcoin, die Ergebnisse gelten für diese historische Entwicklung an einem Handelsplatz und sind keine Prognose. Untersucht wurde nur Bitcoin. Der Maximum Drawdown ist der größte prozentuale Verlust von einem zuvor erreichten Höchststand des Gesamtwerts aus Bitcoin und Restliquidität bis zu einem nachfolgenden Tiefpunkt, berechnet auf Basis täglicher Werte.

Kein Investment Advice. Nur Marktbeobachtung.

Ein Beitrag von 21Nexus. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Einordnung. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ersetzen keine individuelle Beratung.

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